Wie entsteht die Gaskostenfalle?
Und welche Auswege gibt es?

In Deutschland heizen rund 20 Millionen Haushalte mit Erdgas. Sie kämpfen mit Heizrechnungen, die Jahr um Jahr steigen. Aktuell plant die Bundesregierung, das „Heizungsgesetz“ zu ändern und die Nutzung von „Grüngas“ vorzuschreiben. Das würde Gasheizungen zusätzlich um Hunderte Euro jährlich teurer machen (Quelle: Deutsches Institut der Wirtschaft). Um ihre Heizkosten zu senken, bauen sich immer mehr Betroffene eine Wärmepumpe ein oder wechseln in ein Nahwärme-Netz ohne Erdgas.

Der Kreis der Kunden, die vom Gas abhängig sind, wird also kleiner.

Wer im Gas-Netz bleibt, bezahlt mit der Heizrechnung automatisch auch das Netzentgelt. Das ist der Aufpreis, den die Betreiberfirma des lokalen Gasnetzes für den Betrieb und Reparaturen aller Leitungen verlangt. Bleiben die Gasnetze so groß und teuer wie bisher, verteilt sich die Last auf immer weniger Gas-Kunden. Das treibt die Kosten pro Haushalt wie in einer Spirale nach oben. Es entsteht die Gaskostenfalle.

Experten des Fraunhofer Instituts IFAM haben berechnet, dass sich Heizrechnungen bis 2035 mehr als verdoppeln könnten. Eine vierköpfige Familie müsste laut Medienberichten allein durch das Netzentgelt rund 2.000 Euro mehr fürs Heizen mit Erdgas bezahlen als heute. Und das pro Jahr, ohne dass sie mehr heizt als früher.

Dieses Info-Video beschreibt es in 80 Sekunden:

Ob Mietwohnung oder eigene Immobilie – es gibt Lösungen, um sich zu schützen:

Wege aus der Gaskostenfalle …
… in der Mietwohnung

Mehr als 53 % der Menschen in Deutschland leben zur Miete. Und die meisten Mietwohnungen werden noch mit Gas beheizt. Wie kann man sich vor steigenden Gaskosten schützen? Es gibt vier Möglichkeiten:

1 | Individuelles Verhalten kann bis zu 20% sparen
Verbraucherschutzzentralen geben Tipps, wie sich der persönliche Verbrauch senken lässt. Dazu gehört zum Beispiel die richtige Einstellung des Thermostats, tägliches Stoßlüften, jährliche Entlüftung der Heizkörper und das Abdichten von Türen und Fenstern. Beratungsangebote sind oft kostenlos und bundesweit verfügbar. Mehr Infos hier.

2 | Vermieter auf Heiz-Alternativen und staatliche Förderprogramme hinweisen
In der Mietwohnung können wir nicht selbst entscheiden, woher die Wärme kommt. Denkbar ist ein Gespräch mit dem Vermieter, eventuell zusammen mit der Nachbarschaft, um zu fragen: Ist das Problem steigender Gaspreise bekannt? Weiß der Vermieter, mit wie viel Geld der Staat den Heizungstausch fördert? Lässt sich das Haus an ein lokales Nahwärme-Netz anschließen? Info-Veranstaltungen und Beratungsangebote, die Vermieter kennen sollten: siehe unten.

3 | Bundesweite Petition unterschreiben – und von der Politik gehört werden
Bis zum Sommer 2026 entscheidet die Bundespolitik über wichtige Reformen: Welche Fördergelder und Freiheiten bekommen Kommunen und der eigene Wohnort beim Umbau der lokalen Gas- und Wärmenetze? Welche Unterstützung brauchen Mieter und Vermieter beim Heizungstausch und der Sanierung von Gebäuden? Diese Reformen sind eine große Chance, um die Gaskostenfalle zu verhindern.

Mit einer bundesweiten Petition sorgen wir dafür, dass die Situation von Millionen Menschen – ob in Mietwohnungen oder in der eigenen Immobilie – bei den Reformen berücksichtigt werden. Jetzt unterschreiben und Verbraucherschutz stärken:

4 | Im Rathaus anfragen und Initiativen vor Ort finden
Über hilfreiche Wege aus der Gaskostenfalle entscheidet auch das Rathaus am eigenen Wohnort. Dort wird in der Zeit zwischen 2026 und 2028 am sogenannten „kommunalen Wärmeplan“ gearbeitet. Wärmepläne sind überall im Land per Gesetz vorgeschrieben. Mit einer einfachen Anfrage bei der Kommune lässt sich herausfinden: Denkt die lokale Politik die Gaskostenfalle mit? Welche Ortsteile können an ein Nahwärme-Netz ohne Erdgas angeschlossen werden? Welche Angebote gibt es, Bürgerinnen und Bürger für ihren Umstieg zu informieren und mitreden zu lassen?

Dieser kurze Leitfaden inklusive Musterschreiben ans Rathaus hilft bei der Anfrage.

Oft schließen sich auch Nachbarschaften zusammen und fragen gemeinsam im Rathaus an. Hier ist eine Liste von Orten und bürgerschaftlichen Gruppen, die sich über Verstärkung freuen.

Wege aus der Gaskostenfalle …
… in der eigenen Immobilie

Wer eine eigene Wohnung oder ein Haus besitzt, steht vor der Frage: Die Gaskostenfalle auf sich zukommen lassen oder etwas dagegen unternehmen? Es gibt auch hier Wege, die #WegVomGas und hin zu bezahlbarer Wärme führen:

1 | Wärmepumpen und andere gasfreie Heizlösungen sind der beste Schutz
Wer früh handelt, macht sich unabhängig von steigenden Gaskosten. Welche persönliche Ersparnis am eigenen Wohnort möglich ist, zeigt der…

2 | Info-Veranstaltungen besuchen: Beratung auf dem Weg zur eigenen Wärmepumpe oder in ein lokales Wärmenetz

Die folgende Liste von Veranstaltungen wird regelmäßig aktualisiert. Gerne nehmen wir weitere Events auf, sofern sie unabhängig und unkommerziell sind – wir freuen uns auf Empfehlungen per E-Mail.

22.04.2026 | „So geht Wärmepumpe. Teil 1: Planung & Finanzierung“ | Online-Webinar von 19:00-20:00 Uhr
Ein kostenfreies Angebot von co2online (gemeinnützige GmbH) in Zusammenarbeit mit Campact und GermanZero e.V. Anmeldung hier

06.05.2026 | „So geht Wärmepumpe. Teil 2: Umsetzung & effizienter Betrieb“ | Online-Webinar von 19:00-20:00 Uhr
Ein kostenfreies Angebot von co2online (gemeinnützige GmbH) in Zusammenarbeit mit Campact und GermanZero e.V. Anmeldung hier

Februar bis Mai 2026 | „Wärmepumpen-Infotag vor Ort“ | Bundesweite Veranstaltungsreihe
Eine kostenfreie Veranstaltung in Kooperation mit Rathäusern, dem „Energiesparkommissar“ Carsten Herbert und der Expertin Anja Floetenmeyer-Woltmann. Mehr Informationen unter https://waermepumpen-infotag.de.